Mein Coaching-Verständnis
“Für mich bedeutet Coaching mehr als ein zeitgemäßes Beratungsformat – es ist eine Haltung, mit der es gelingen kann, über Aktivierung von Verantwortung, Bewusstheit und Handlungsfähigkeit weit umfangreichere und nachhaltigere Ergebnisse zu erzielen, als es mit einer herkömmlichen Strategie- und Ziel-Methodik möglich wäre.”

- Christian Wedemeyer

Coaching hat sich zwar mittlerweile als Format in der Unternehmens- und Persönlichkeits-
entwicklung etabliert; der Begriff wird indes nun inflationär verwendet.


Coaching unterscheidet sich von der Expertenberatung im Wesentlichen durch Vermeiden vorgefertigter Lösungsratschläge seitens des Coachs und es ist anders als im Training angestrebt, bisher nicht erkannte Optionen zu nutzen.

Coaching eröffnet somit neue Handlungsspielräume, in denen möglich wird, was weder Coach noch Coachee bislang erkennen konnten.

Leider wurde der Begriff ‘Coaching’ in den letzten Jahren zunehmend verwässert.

So wird mittlerweile unter ‘Coaching’ alles zusammengefasst, was im weitesten Sinne mit Kommunikation zu tun hat:

So mancher Ernährungsberater nennt sich Vitalcoach, ein Steuerberater Steuercoach und Nachhilfelehrer wurden schon als Vokalbcoaches gesichtet. Aufforderungen wie “die Mitarbeiter müssten mal wieder durchgecoacht werden” und “kannste mich mal kurz coachen” lassen meist auf eine andere Art von Coachingverständnis schließen.

Denn Coaching, wie es ursprünglich gemeint war, grenzt sich klar ab von verwandten Beratungsformen wie Consulting (Expertenberatung), Training und Wissensvermittlung (lehren).

Differenzierung der Top3 Beratungsformen

Jede Beratungsform hat ihre berechtigte Anwendung. So kann es sinnvoll sein, fachfremde Sachthemen durch einen externen Berater abzuwickeln oder der inhaltlichen Führung eines Trainers zu folgen. Coaches kommen zum Einsatz, wenn es um die größtmögliche Nutzung von Ressourcenpotenzial, Mobilisierung und umfassende Veränderungen aus dem Klientensystem heraus geht.

Coach

  • öffnet Handlungsspielräume
  • kann mit seinem Klienten Lösungen erwirken, die weder Klient noch Coach vorher bewusst waren
  • sieht den Klient als Experten für sein System
  • übernimmt Prozessverantwortung
  • nachhaltige Lernerfahrung durch Coaching-unterstütze Eigenentwicklung
  • höchste Aktivierung innerer Veränderung

Trainer

  • gibt Handlungsspielräume vor
  • kann mit seinem Klienten Lösungen erwirken, die aus dem Trainer-Hintergrund entstammen
  • sieht den Klient bedingt als Experten für sein System; gibt inhaltliche Vorgaben
  • übernimmt Inhalts- und Prozessverantwortung, aber keine Umsetzungsverantwortung
  • Nachhaltigkeit abhängig von Trainerdidaktik und Entwicklungswillen des Klienten
  • mittlere Aktivierung innerer Veränderung

Berater

  • gibt Expertenwissen in System
  • entwickelt für seinen Klienten Lösungen
  • sieht sich als Experten für das Klientensystem
  • übernimmt gesamte Verantwortung
  • kein aktives Lernen seitens des Klienten vorgesehen
  • geringe Aktivierung innerer Veränderung